Gusseisernes Kochgeschirr hat ein enormes Potenzial. Es speichert die Wärme hervorragend, erhitzt gleichmäßig und hält viele Jahre. Trotzdem hören wir oft, dass „alles daran haften bleibt“ oder dass es schwierig zu verwenden ist. In den meisten Fällen liegt das jedoch nicht am Gusseisen selbst, sondern eher an kleinen Details, die auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich sein müssen.
In den meisten Fällen liegt es jedoch nicht am Gusseisen selbst, sondern an kleinen Details, die beim Kochen möglicherweise ganz selbstverständlich gemacht werden und auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.
Nicht ausreichend vorgeheizt
Einer der häufigsten Fehler beim Kochen mit Gusseisen ist unzureichendes Vorheizen. Gusseisen funktioniert anders als herkömmliche dünne Pfannen – es braucht etwas Zeit, damit sich der gesamte Körper des Materials gleichmäßig erwärmt. Wenn Sie die Zutaten zu früh hineingeben, können sie anhaften.
Das ideale Vorgehen ist einfach: Erhitzen Sie die Pfanne oder den Topf zunächst bei mittlerer Hitze, geben Sie anschließend Fett hinzu und legen Sie die Zutaten erst hinein, wenn auch das Fett erhitzt ist.
Klassisches emailliertes Gusseisen erwärmt sich etwas langsamer, hält die Temperatur anschließend jedoch sehr stabil. Dünnwandiges Gusseisen reagiert schneller, sodass das Vorheizen kürzer dauert und sich die Leistung leichter regulieren lässt.
Zutaten zu früh wenden
Bei Fleisch, Steaks oder Eiern ist es entscheidend, die Unterseite ausreichend zu karamellisieren. Wenn Sie versuchen, die Zutat zu früh zu wenden, kann sie zerreißen oder anhaften.
Sobald sich eine Kruste gebildet hat, löst sich das Gargut ganz von selbst. Gusseisen eignet sich gerade dank seiner gleichmäßigen Wärmeleitung hervorragend für die Bildung einer Kruste.
Eisgekühlte Zutaten in die Pfanne geben
Kalte Zutaten direkt aus dem Kühlschrank können die Temperatur der Pfanne deutlich senken und den Anbratvorgang beeinträchtigen. Das Ergebnis ist eher Schmoren statt Anbraten und ein erhöhtes Risiko, dass die Zutaten anhaften.
Wir empfehlen, Fleisch oder andere größere Zutaten mindestens 15–30 Minuten bei Raumtemperatur temperieren zu lassen.
Zu hohe Hitze
Gusseisen speichert Wärme sehr gut, daher ist es in den meisten Fällen nicht notwendig, die höchste Stufe zu verwenden. Mittlere Hitze ist oft ideal.
Bei massivem Gusseisen sollten Sie an die thermische Trägheit denken: Sobald es überhitzt ist, dauert das Abkühlen länger. Dünnwandiges Gusseisen reagiert schneller, sodass Sie eine Änderung der Leistung rascher bemerken.
Nicht gründlich genug reinigen, nachdem etwas angebrannt ist
Selbst kleine angebrannte Rückstände können beim nächsten Kochen dazu führen, dass Zutaten deutlich stärker anhaften. Wenn etwas leicht anbrennt, ist es wichtig, das Kochgeschirr gründlich zu reinigen.
Sehr gut funktioniert eine Kombination aus warmem Wasser und Natron. Rühren Sie daraus eine weiche Paste an, lassen Sie sie kurz einwirken und spülen Sie sie anschließend ab. Dieses Vorgehen entfernt die meisten Ablagerungen, ohne den Emailleüberzug zu beschädigen.
Emailliertes Gusseisen – einschließlich Titanemaille – muss nicht eingebrannt werden und benötigt keine spezielle Pflege wie rohes Gusseisen. Normales Spülen mit Spülmittel ist völlig in Ordnung.
Klassisches vs. dünnwandiges Gusseisen: Unterschiede in der Praxis
Beide Arten von Gusseisen haben ihre Stärken.
Klassisches emailliertes Gusseisen ist massiv, äußerst stabil und perfekt für langes Kochen, langsames Schmoren oder Rezepte, bei denen es auf thermische Trägheit ankommt. Dank seines Gewichts steht es sicher auf dem Kochfeld und bietet maximale Stabilität.
Dünnwandiges Gusseisen mit Titanemaille ist bis zu 50 % leichter, reagiert schneller auf Temperaturänderungen und ist dank seiner Titanoberfläche etwas widerstandsfähiger sowie von Natur aus antihaftender. Dadurch ist es eine äußerst komfortable Wahl für das tägliche Kochen.
Es geht nicht darum, dass eine Variante besser wäre. Jede eignet sich für einen anderen Arbeitsstil in der Küche.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Kochen mit Gusseisen
Haftet an Gusseisen mehr an als an anderen Pfannen?
Nicht unbedingt. Wenn die Pfanne richtig vorgeheizt ist und Sie ausreichend Fett verwenden, funktioniert sie sehr gut. Die häufigste Ursache für Anhaften ist eine unzureichend erhitzte Pfanne.
Kann ich Metallutensilien verwenden?
Bei hochwertigem emailliertem Gusseisen können Sie auch Metallutensilien verwenden, wir empfehlen jedoch nachdrücklich Utensilien aus Holz oder Silikon. Titanemaille ist sehr widerstandsfähig, trotzdem sollten Sie starkes Kratzen vermeiden.
Muss ich Gusseisen mit Öl einbrennen?
Bei emailliertem Gusseisen (einschließlich Titanemaille) ist Einbrennen nicht notwendig. Die Oberfläche wird durch die Emaille geschützt. Es kann jedoch das erste Kochen in einer gusseisernen Pfanne angenehmer machen.
Kann ich Gusseisen mit Spülmittel reinigen?
Ja. Emailliertes Gusseisen kann ganz normal mit Spülmittel gereinigt werden. Wichtig ist, das Kochgeschirr nach dem Spülen gut abzutrocknen.
Ist Gusseisen für Induktion geeignet?
Ja. Gusseisen ist magnetisch und funktioniert daher auf allen Arten von Kochfeldern, einschließlich Induktion.